Beiträge vom August, 2008

Ein Salat nach dem Kiss-Prinzip

Sonntag, 31. August 2008 17:15

Keep it short and simple (Kiss) - eine Weisheit, die in vielen Bereichen ihre Berechtigung hat (aber keineswegs in allen – das nur so nebenbei). Dieser Salat, der letzten Mittwoch im Rahmen eines Teamkochens entstand, ist eindeutig ein Kiss-Rezept. Rezept kann man die Zubereitungsanleitung fast gar nicht nennen. Er schmeckt jedenfalls köstlich und ist im Handumdrehen fertig.

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1 Dose Kichererbsen (hier heißt Dose keineswegs Qualitäts- oder Geschmackverlust, die Kichererbsen sind einfach schon gekocht, das würde sonst lange dauern) abgießen und abspülen. 200 g Feta mit der Gabel zerdrücken. In einer Schüssel mit dem Schneebesen eine Marinade aus Zitronensaft, mildem Essig, Salz und gutem, fruchtigen Olivenöl rühren. Abgetropfte Kichererbsen und Feta damit vermischen. Mit reichlich gehackter Minze bestreuen (kommt am Foto nicht so raus, war aber vorhanden und gibt geschmacklich das gewisse Etwas).

Vom Teamkochen wird hier noch die Rede sein, denn wir haben auch ein Huhn im Tonmantel gemacht (im Lagerfeuer), ein wunderbares Couscous mit einer selbstgemachten Gewürzmischung, eine absolut aromatische Mascarponecreme – auch ein echtes Kiss-Rezept – und noch andere spannende Dinge. Demnächst mehr dazu.

 

Thema: Erwachsenenbildung, Kochen, Rezepte | Kommentare (0) | Autor: sonja

Der Kreis schließt sich

Montag, 18. August 2008 18:40

Wenn die Ochsenherzen in ihrer ganzen roten Pracht geerntet werden können, ist es Zeit an das nächste Jahr zu denken und Samen für die Aussaat zu ernten.  Also schöne, sortentypische, aromatische vollreife Früchte auswählen, am besten von verschiedenen Pflanzen. Gut wären bis zu 12 verschiedene, ich bringe es auf vier bis fünf. Scheint aber zu funktionieren, ich mach das ja schon einige Jahre.

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Der erste Schritt: Früchte aufschneiden und die Samen mit einem Löffel herausholen. Es spricht nichts dagegen, den Rest trotzdem zu essen.

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Die Samen kommen mitsamt dem dran haftenden Fruchtfleisch in ein Glas. Wasser dazu und eine Prise Zucker. Nicht luftdicht verschließen, ich decke das Glas nur mit einem Stück Küchenrolle ab. Diese Methode der Saatgutaufbereitung nennt sich Nassreinigung mit Gärung.

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Die Anleitung für die Saatgutaufbereitung stammt aus dem unverzichtbaren Arche-Noah „Handbuch Samengärtnerei“ von Andrea Heistinger. Nach ca. zwei Tagen bildet sich eine dünne Hefeschicht an der Oberfläche des Glases. Diese Gärung dient dazu, die Samenhülle oder Keimschutzschicht abzubauen. Ist das geschehen, greifen sich die Samen nicht mehr glitschig, sondern rau an. Die Keimschutzschicht ist auch dann abgebaut, wenn die Samen zu Boden sinken und sich das Fruchtfleisch im oberen Teil des Glases sammelt.

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Wenn es soweit ist, das Wasser mit dem oben schwimmenden Fruchtfleisch abgießen. Mehrmals wiederholen und in einem Sieb mit fließendem Wasser nachreinigen.

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So sehen die gereinigten Samen aus.  

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Jetzt müssen sie trocknen. Dafür geb ich sie in Kaffeefilter und lasse sie an einem luftigen, warmen Ort – aber nicht in der Sonne – trocknen.  

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In den Filtertüten könnten sie schon überwintern. Besser noch man löst sie vorsichtig vom Papier ab und gibt sie in kleine Dosen – früher hab ich immer Filmdosen genommen, aber die existieren ja nicht mehr. Das alles ist übrigens halb so aufwendig, wie es vielleicht klingt.

Fazit eines Paradeiserjahres: Zu meinen Ochsenherzen hatte ich schon seit Jahren eine besondere Beziehung. Durch die Dokumentation von der Aussat bis zur Samenernte hat sich diese Beziehung noch verfestigt. Viele Leute reden mich drauf an und es tut mir nur leid, dass so ein Blog keine Kostproben ermöglicht. Vielleicht muss ich für nachstes Jahr rechtzeitig ein Paradeiserfest einplanen!

 

Thema: Ochsenherzen, Lebensmittel, Ich mach mir Gedanken | Kommentare (1) | Autor: sonja

Der ultimative Knödelteig

Freitag, 15. August 2008 10:05

Der Knödeldebatte auf Katharina Seisers Esskultur muss ich unbedingt mein ultimatives Lieblingsrezept hinzufügen. Ich habe es aus einem uralten Gusto ausgerissen, das Rezept selbst stammt von Josef Zotter - mittlerweile als Schokolademacher bekannt. Die Marillen werden hier noch mit Schokolade gefüllt! Das hab ich noch nie gemacht, mich interessiert nur der Teig, ein Topfenteig, und der ist einfach der allerbeste, den ich kenne.

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  • 6 dag Butter

  • 2 Eier

  • 6 dag Kristallzucker

  • 20 dag Weißbrot

  • 1/2 kg Topfen (20 % Fett)

  • 1/2 Bio-Zitrone

Eier in Dotter und Klar trennen. Weißbrot entrinden und fein reiben (wird bei mir durch 20 dag Semmelbrösel ersetzt). Butter cremig aufrühren, Dotter nach und nach einrühren, mit einer Messerspitze Salz, Vanillezucker, Zitronenschale und -saft abschmecken. Eiklar mit Kristallzucker zu schmierigem Schnee schlagen. Topfen und Brösel unter die Buttermasse rühren, Schnee behutsam unterheben. Die Masse vor dem Weiterverarbeiten eine halbe Stunde kalt stellen.

Ich forme dann eine Rolle aus dem Teig, nicht auf einer bemehlten Unterlage, sondern auf einer Klarsichtfolie, schneide Scheiben ab und packe die Früchte (Marillen, Zwetschken - manchmal, wenn ich faul bin und die Früchte vertrauenerweckend, lasse ich die Kerne einfach drin) darin ein. Gut verschließen und zwischen den Händen rollen, damit die Knödel beim Kochen nicht aufgehen. In leicht gesalzenem Wasser ca. 10 Minuten mehr ziehen als kochen lassen. Dazu Butterbrösel, gerne auch gemischt mit einer Handvoll geriebenen Haselnüssen und Staub- oder Backzucker drauf.

Thema: Ich mach mir Gedanken, Kochen, Rezepte | Kommentare (2) | Autor: sonja

Ein Schnitt durchs Herz

Montag, 4. August 2008 10:45

So ein großgewachsenes Ochsenherz wiegt beinahe ein halbes Kilo! Das Fruchtfleisch schmeckt süß, es gibt nur wenige Kerne. Die reifen Paradeiser lassen sich ganz leicht schälen – einfach so in rohem Zustand, überbrühen ist nicht nötig.

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Wer jetzt auf Tomatenrezepte spitzt, den muss ich leider enttäuschen. Wir essen sie einfach so, zum Verkochen finde ich sie zu schade. Höchstens eine kalte Tomatensauce  – geschält, würfelig geschnitten, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Olivenöl und frischem Basilikum – das mach ich heute vielleicht. Pasta dazu und basta!

Wer trotzdem noch auf Tomatenrezepte spitzt, dem geb ich einen Tipp. Im aktuellen Feinschmecker gibt es eine Beilage über Tomaten unter dem Titel „Rotes Glück“ mit guten Basis-Rezepten und ein paar feinen und interessanten Gerichten – schön fotografiert sowieso. Leider online nicht verfügbar.

 

Thema: Ochsenherzen, Lebensmittel | Kommentare (3) | Autor: sonja