Beitrags-Archiv für die Kategory 'Bücher'

Beziehungsratgeber für Herz und Magen

Donnerstag, 5. August 2010 16:22

Beziehungsratgeber gibt es ja wie Sand am Meer. Meist geht es dabei um mehr oder weniger enge (Liebes)Beziehungen. Aber so eng, wie mit dem Essen, das wir uns einverleiben (!), kann ja selbst die symbiotischste Beziehung nicht sein. Was also fehlt, ist ein Beziehungsratgeber, der sich mit den Lebensmitteln befasst, die uns im Magen und am Herzen liegen.

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Das Buch, das mir der Löwenzahn-Verlag netterweise zur Rezension auf meiner Website angeboten hat, könnte zumindest einen Teil dieser Lücke schließen. Eigentlich ist es ja ein Gartenbuch, ein Handbuch für den Bio-Gemüseanbau. ABER: auch für Leute, die gar keinen Garten haben und gar kein eigenes Gemüse anbauen, lohnt sich die Lektüre und die Anschaffung. Schließlich wollen wir doch wissen, was wir essen! Woher kommt die Kartoffel? Wie wird der Paprika angebaut? Welche Vorlieben entwickelt der Spinat? Welche Ansprüche stellt die Speiserübe? Wie pflegt man Rucola? Welche Sorten gibt es vom Fenchel? Und wie kann man Tomatillos zubereiten? Das alles und noch mehr lässt sich in Andrea Heistingers (ja genau, Arche Noah) wunderschönem Buch nachlesen. Beziehungspflege, die Freude macht und Wissen schafft. GärtnerInnen, übrigens auch solche, die am Balkon anpflanzen, werden reichlich mit nützlichen Informationen versorgt und mit tollen Fotos verwöhnt.  Also auf zum Lernen im Gemüse!

Ein kleines Problem für botanisch weniger gebildete Menschen (vermutlich viele?!) stellt möglicherweise das Inhaltsverzeichnis dar: Es ist nach den Gewächsarten geordnet. Wer aber nicht weiß, dass Karotten zu den Doldenblütlern und Chili zu den Nachtschattengewächsen gehört, muss das (ausführliche) Register verwenden – oder noch was lernen!

Andrea Heistinger/Arche Noah
Handbuch Bio-Gemüse
Sortenvielfalt für den eigenen Garten

632 Seiten, viele schöne Fotos

Löwenzahn Verlag, Innsbruck 2010, € 39,90

 

 

Thema: Bücher, Empfehlungen, Erwachsenenbildung, Lebensmittel | Kommentare (0) | Autor: sonja

„Wir brauchen eine Aufwertung des Könnens“

Mittwoch, 28. April 2010 15:09

Begegnungen mit interessanten Menschen sind für mich der erfreulichste Bonus bei meiner Tätigkeit als Journalistin. Aus diesem Grund muss ich hier noch einmal auf Christine Ax und ihr neuestes Buch „Die Könnensgesellschaft“ hinweisen.

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Für die LEBENSART habe ich mit Christine Ax über Wissen und Können, über Handwerk und Nachhaltigkeit, über gute Arbeit und die menschliche Dimension in den Dingen gesprochen. Und über Glück. Mich hat dieses Gespräch glücklich gemacht. Als Ersatz kann ich meinen Artikel und das Buch empfehlen.

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Thema: Bücher, Politik, Empfehlungen, Ich mach mir Gedanken | Kommentare (3) | Autor: sonja

Dick, doof und arm?

Donnerstag, 22. Oktober 2009 21:05

Bin gerade dabei ein Seminar vorzubereiten: „Ernährungserziehung in der Grundschule“, die Kick-off-Veranstaltung einer Weiterbildung für PädagogInnen, die am 28. Oktober an der Pädagogischen Hochschule in Salzburg stattfinden wird. Ich hoffe nur der Schnupfen und Husten entlässt mich bis dahin endlich aus seinen Klauen. Bin ja offenbar nicht die einzige – bei meiner Hausärztin war heute nicht mal ein Termin zu haben.

Jedenfalls lese ich für das Seminar so ein bisschen herum und kann daher einige Bücher empfehlen:

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Eine mit vielen Beispielen, Zahlen und Fakten gut untermauerte Abrechnung mit den vielen Kampagnen gegen (vermeintlich) Übergewichtige. Zeigt schön, wie willkürlich die Grenzwerte dafür festgelegt werden und wieviel Vorurteile und vor allem Geschäftemacherei hinter dieser Art von „Gesundheits“-Politik steckt. Jamie Olivers Schulessen-Kämpfe kriegen übrigens auch ihr Fett weg. Friedrich Schorb ist Soziologe und hat auch das Buch “ Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umgangs mit Übergewicht und Adipositas“ herausgegeben.

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Wie schmeckt ein gutes Leben? Einerseits die Geschichte einer jungen Frau, andererseits ein Sachbuch, das mit allen möglichen Mythen rund um die gesunde Ernährung aufräumt. Schön gemacht, fundiert geschrieben und lustig zu lesen. Ausführliche Infos gibt es auf der Website der Rainer-Wild-Stiftung, die noch mehr interessante Themen bereithält.

 

Thema: Bücher, Empfehlungen, Erwachsenenbildung, Ich mach mir Gedanken | Kommentare (4) | Autor: sonja

Schokoladekuchen, wirklich „delicious“

Freitag, 12. September 2008 16:06

Ich könnte ja stundenlang im Netz verbringen und einfach nur Food-Blogs lesen! Unglaublich, was es da gibt und wieviele Anregungen man sich da immer holen kann. Ein sehr schöner, sogar preisgekrönter Food-Blog ist der von Nicole Stich. Wie viele ihrer Fans habe auch ich schon auf ihr Kochbuch gewartet, das sie im letzten Jahr in Atem gehalten hat und das soeben erschienen ist. Vorgestern lag es dann in der Buchhandlung und ich habe es natürlich gleich mitgenommen.

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Nach einem Leseabend war klar: Da gibt es viele feine Rezepte, die ich gerne bald ausprobieren will. Und weil ich gestern große Lust auf Schokoladekuchen hatte, habe ich ein Rezept für einen Schokoladekuchen (fast) ohne Mehl ausprobiert. Es hat mir auch deshalb gefallen, weil man ganz spontan anfangen kann (keine zimmerwarme Butter – die wird einfach geschmolzen). Es ist ein sehr schokoladiger Schokoladekuchen – ganz wie ich ihn gerne mag.

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So geht das Rezept – ich habe es auf deliciousdays.com nicht gefunden – und es ist natürlich kein Ersatz für das Kochbuch, das wirklich schön ist und neben den Rezepten auch Lesestoff bietet – wärmste Empfehlung!  

200 g Butter und 200 g dunkle Schokolade (ich hatte nur Kochschokolade zu Hause) schmelzen – ich mache das in einer Stielkasserolle mit ganz schwerem Boden und  bei milder Hitze (so spar ich mir das Wasserbad).

lt Rezpet 200 g Zucker dazurühren – ich hab nur 100 g genommen, weil die Kochschokolade süßer ist, als die im Rezept angegebene. Alles gut verrühren und etwas auskühlen lassen.

Dann nach und nach 4 Eier einrühren – einfach mit dem Kochlöffel. Die Konsistenz der Masse wird immer puddingartiger. Zum Schluss noch drei Esslöffel Mehl untermischen. In eine gebutterte und bemehlte Springform füllen (oder in Muffinförmchen wie am Foto zu sehen) und bei 190 Grad im vorgeheizten Backrohr ca. 22 – 25 Minuten backen. Das gilt für die Springform. Die Minis brauchen nur etwa 15 Minuten. Im Kern darf der Kuchen noch ein bisschen weich sein und lauwarm schmeckt er großartig. Aber auch ausgekühlt ist er wunderbar.

Eine Glasur gibt es auch, aber die hab ich nicht gemacht und schreib sie daher auch nicht auf.

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Ich finde bei diesem Kuchen zwei Dinge wirklich interessant: 1. Man braucht nur einen Topf dafür und einen Kochlöffel. Schmelzen, rühren, in die Form schütten, backen – weniger Geschirr geht nicht.  2. Meine Mutter hat schon vor 40 Jahren Schokoladekuchen ohne Mehl gebacken – ganz ohne, es kommen nur Nüsse rein. Damals war das etwas ganz Besonderes und sie wurde für ihr Rezept viel gelobt. Ich bin also mit so richtig schokoladigen Schokoladekuchen aufgewachsen.

Jetzt habe ich insgesamt vier Lieblingschokoladekuchen. Zwei Rezepte sind von meiner Mutter, eines von Donna Hay, das neueste von Nicky Stich. Eine gute gute Mischung! Müsste man fast mal eine Schokoladekuchenverkostung machen. . .

 

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Thema: Bücher, Rezepte | Kommentare (3) | Autor: sonja