Beiträge vom März, 2008

Große Ochsenherzen, ganz klein, Teil 2

Sonntag, 30. März 2008 19:32

Gestern waren die ersten Spitzen sichtbar,  aber noch unfotografierbar – zumindest für mich.  Heute sind sie schon grün und mindestens drei Zentimeter groß, meine Paradeispflanzen. Wahnsinn, wie schnell das geht. Und weil heute so ein schöner, warmer Tag war, habe ich sie schon für ein paar Stunden an die frische Luft gebracht.

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Thema: Ochsenherzen, Lebensmittel, Ich mach mir Gedanken | Kommentare (0) | Autor: sonja

Slow Food Mitglied Jamie Oliver

Donnerstag, 27. März 2008 18:59

Jamie Oliver ist Slow Food Mitglied, schon seit langem, wie er in einem heute entdeckten Interview auf der Website von Slow Food Deutschland erklärt:

Ich liebe die Slow-Food-Bewegung. Ich bin schon lange Teil davon, bekomme das Magazin, gehe zu den Events und ich finde, das ist eine fantastische Einrichtung von wunderbaren Menschen, wunderbaren Handwerkern, die ihre Leidenschaft schützen wollen oder ihre Familienrezepte u. v. m. Ich liebe, was sie tun. Mein Job ist, der Masse nahe zu bringen, sie ebenfalls zu lieben. Nicht unbedingt direkt, ich will nicht sagen: „Ihr müsst Slow Food lieben.“ Aber es geht mir darum, dass die Menschen Essen lieben, dass sie sich über Essen bewusst Gedanken machen.

Das ganze Interview gibt es hier.

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Und das ist sein aktuellstes Buch, das nicht nur Rezepte, sondern auch Anleitungen zur Gartenarbeit enthält.

 

 

Thema: Ich mach mir Gedanken, Kochen | Kommentare (0) | Autor: sonja

Große Ochsenherzen, ganz klein

Dienstag, 25. März 2008 13:23

Kaum sind Osterschinken, Eierkren und Reindling verspeist, muss die Gartensaison eröffnet werden. Vorerst noch in einem Blumenkistel im Haus bzw. im Wintergarten. Die unscheinbaren Krümel auf dem Foto sind zukünftige Paradeiser (Tomaten) und zwar eine Sorte, die wir ganz besonders mögen und jedes Jahr selbst aus den Samen ziehen, die wir im Sommer davor auch selbst aus den besten Früchten gewonnen haben. Das klingt nach Aufwand, ist es auch, aber es lohnt sich. 

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Die erste Paradeiser dieser Art habe ich von meinem Vater bekommen, der sie von einer Freundin geschenkt gekriegt hat, die sie von einem Urlaub in Kroatien mitgebracht hat. Das nenn ich Ursprungszeugnis! Der Form nach handelt es sich offenbar um Ochsenherzen, sehr große, fleischige, gerippte Tomaten, die einfach großartig schmecken. Sie sind süß, haben gerade richtig viel (also eher wenig) Säure, wenig Kerne – die Samengewinnung ist also gar nicht einfach.  Lieber würden wir ja alle Früchte essen, aber das würde sich dann halt im nächsten Sommer rächen, also muss in diesem Fall die Vernunft über die Esslust siegen. Jetzt liegen die Samen jedenfalls in der Erde, werden sorgfältig feucht gehalten und sobald die ersten grünen Spitzen zu sehen sind, schreibe ich weiter.

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Thema: Ochsenherzen, Lebensmittel | Kommentare (3) | Autor: sonja

Nach Italien mit Slow Food

Dienstag, 18. März 2008 20:28

Gerade rechtzeitig zur Reisesaison ist der Slow Food Ratgeber „Locande d´Italia“ nun erstmals auch auf deutsch erschienen. Er bietet auf 552 Seiten eine gute Auswahl an Hotels, Pensionen und Bauernhöfen zum Übernachten, ganz der Slow Food Philosophie entsprechend: Gastkultur, einfache, freundliche Gemütlichkeit und vernünftige Preise zeichnen alle Unterkünfte aus. Für alle 20 Regionen Italiens gibt es Empfehlungen mit ausführlicher Beschreibung und zustätzlichen Tipps für gute Ausflugsziele in der Umgebung. Eine ideale Ergänzung für den anderen Slow Food Guide „Osterie d´Italia“, der mir und vielen anderen Menschen schon zu wunderbaren gastronomischen Entdeckungen und Erlebnissen verholfen hat.

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Slow Food Editore: Locande d´Italia. HALLWAG Verlag München, Februar 2008, Preis: € 25, 60

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Slow Food Editore: Osterie d`Italia 2008/09, HALLWAG Verlag München 2008, Preis: € 30,80

Thema: Empfehlungen | Kommentare (1) | Autor: sonja

Salamitaktik

Sonntag, 16. März 2008 19:38

Wenn ich unterwegs bin, sind Märkte ein Fixpunkt für mich. Ich lasse keinen aus, den ich erreichen kann. Und wenn ich in Kärnten bin, interessieren mich die Würste, der Speck, der Schinken und vor allem die Salami. Ich komme nie ohne eine echte Jauntaler Salami zurück. Ich bin mit diesem Salamigeschmack aufgewachsen, also ist das der Inbegriff von Salami für mich.

 

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Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die Märkte sind. Während der Bauernmarkt in Korneuburg, wo ich regelmäßig einkaufe, von Obst und Gemüse dominiert ist, gibt es in Völkermarkt, wo ich aufgewachsen bin, hauptsächlich Fleischprodukte von bäuerlichen Produzenten. Und natürlich Kasnudeln, die nehm ich auch gerne mit. Frau muss ja nicht immer alles selbst machen.

 

 

Thema: Marktforschung, Lebensmittel | Kommentare (0) | Autor: sonja

Macht über Mägen

Samstag, 8. März 2008 14:41

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Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und für das Frauenwahlrecht waren die Themen, für die Frauen am Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Straße gingen. Heute haben wir zwar das Wahlrecht, aber bei den Arbeitsbedingungen könnt man schon noch einiges verbessern – und nicht nur dort. Dass Frauen nach wie vor den allergrößten Teil von Hausarbeit und Kinderbetreuung erledigen ist allgemein bekannt. Dass es so nicht weitergehen kann ist auch schon beinahe common sense. Über das „Wie“ wird noch diskutiert, kluge Bücher sind dazu erschienen (Iris Radisch: Die Schule der Frauen und vor kurzem Sybille Haman, Eva Linsinger: Weißbuch Frauen – Schwarzbuch Männer).

In Bezug auf die alltägliche Versorgung mit Essen wissen wir – zum Beispiel aus den Erhebungen zum Projekt Ernährungswende – , dass viele Frauen sich in dem Bereich Entlastung wünschen. Aber wie kann die Entlastung aussehen? 2007 wurden in Österreich bereits 353 Mio. Euro für Fertigprodukte ausgegeben. (Quelle: AMA, Presseaussendung vom 6. 3. 2008). Wer da die Macht über unsere Mägen übernimmt, ist die Nahrungsmittelindustrie. Eine Entwicklung, die mir bestimmt nicht gefällt. Also breche ich gerade heute, am 8. März, eine Lanze für das selber Kochen. Und damit es nicht zu stressig wird – gibt es ein erprobtes Mittel: Arbeitsteilung!

Thema: Ich mach mir Gedanken | Kommentare (2) | Autor: sonja

Eigenes Feuer

Montag, 3. März 2008 9:20

Als philosophischer und politischer Begriff beschreibt Mündigkeit „das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung. Mündigkeit ist ein Zustand der Unabhängigkeit. Mündigkeit besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann. Mündigkeit wird oft in einem Atemzug mit dem Begriff der Emanzipation genannt.“ (Quelle: Wikipedia)

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Mir geht es um einen möglichst selbstbestimmten – mündigen – Umgang mit dem Essen. Ich persönlich halte es für wichtig, dass Menschen in der Lage sind, sich selbst gut zu versorgen und das schließt das Kochen mit ein. In dem Zusammenhang finde ich es interessant, dass Mündigkeit historisch auch mit der Verfügung über ein eigenes Feuer in Zusammenhang steht. Der Besitz des eigenen Feuers wurde zur „juristischen Bedingung des vollen Markgenossenrechtes auf dem Lande und der bürgerlichen Mündigkeit in der Stadt. (…) Das eigene Feuer ist also im älteren Recht nicht nur ein Zeichen von Häuslichkeit, sondern geradezu dingliche Vorraussetzung der Teilnahme an den Rechten und Pflichten eines Bürgers (Walter Weiss, zitiert nach: Der Architekt, der Koch und der gute Geschmack, S. 10).

Dieser Gedanke hat was, finde ich.  Auch heute noch, wenn das eigene Feuer nur mehr aus einer Gasflamme oder einem Cerankochfeld besteht.

Thema: Ich mach mir Gedanken, Kochen | Kommentare (0) | Autor: sonja