Dick, doof und arm?
Bin gerade dabei ein Seminar vorzubereiten: „Ernährungserziehung in der Grundschule“, die Kick-off-Veranstaltung einer Weiterbildung für PädagogInnen, die am 28. Oktober an der Pädagogischen Hochschule in Salzburg stattfinden wird. Ich hoffe nur der Schnupfen und Husten entlässt mich bis dahin endlich aus seinen Klauen. Bin ja offenbar nicht die einzige – bei meiner Hausärztin war heute nicht mal ein Termin zu haben.
Jedenfalls lese ich für das Seminar so ein bisschen herum und kann daher einige Bücher empfehlen:
Eine mit vielen Beispielen, Zahlen und Fakten gut untermauerte Abrechnung mit den vielen Kampagnen gegen (vermeintlich) Übergewichtige. Zeigt schön, wie willkürlich die Grenzwerte dafür festgelegt werden und wieviel Vorurteile und vor allem Geschäftemacherei hinter dieser Art von „Gesundheits“-Politik steckt. Jamie Olivers Schulessen-Kämpfe kriegen übrigens auch ihr Fett weg. Friedrich Schorb ist Soziologe und hat auch das Buch “ Kreuzzug gegen Fette. Sozialwissenschaftliche Aspekte des gesellschaftlichen Umgangs mit Übergewicht und Adipositas“ herausgegeben.
Wie schmeckt ein gutes Leben? Einerseits die Geschichte einer jungen Frau, andererseits ein Sachbuch, das mit allen möglichen Mythen rund um die gesunde Ernährung aufräumt. Schön gemacht, fundiert geschrieben und lustig zu lesen. Ausführliche Infos gibt es auf der Website der Rainer-Wild-Stiftung, die noch mehr interessante Themen bereithält.


Montag, 26. Oktober 2009 17:55
danke für die buchtipps, kommen grad recht für eigene recherchen in einem neuen projekt. mehr davon vielleicht bei terra madre im rathaus am mittwoch?
lieben gruß
christa
Montag, 26. Oktober 2009 20:09
leider sehen wir uns dort nicht, weil ich gerade an dem Tag mein Seminar in Salzburg halte. freut mich, dass dir die buchtipps nützlich sind.
Montag, 2. November 2009 17:20
Die Hintergrund-Geschichte zu dem Buch mit dem provokanten Titel ist ebenfalls lesenswert. Die ZEIT widmete ihr einen sehr ausgiebigen Artikel (sehr kluger Vermarktungsansatz im übrigen – hervorragend!)
Dick, doof und arm
Wie macht man einen Bestseller? Der junge Soziologe Friedrich Schorb versucht es mit einem Buch über Fettleibige. Er feilscht mit Verlagen um Honorare, verbringt Monate am Schreibtisch, beugt sich den Gesetzen der Buchindustrie – und lernt, dass nichts wichtiger ist als ein provokanter Titel
http://www.zeit.de/2009/42/DOS-Dick-und-doof
Montag, 2. November 2009 17:51
Danke für den Hinweis auf den Artikel in der ZEIT. Hatte ich noch nicht entdeckt, aber gleich jetzt gelesen – wirklich sehr interessant. Ich kenne mittlerweile auch das wissenschaftliche Buch von Schorb in Auszügen, finde beide sehr lesenswert.